Der Vormärz: Von der Julirevolution(1830) bis zur Märzrevolution(1848)

Julirevolution(Frankreich) und Wirkung auf Europa

  • Juli 1830 Revolution in Paris(erfolgreich)
  • Louis-Philippe von Orlean(bürgerlicher) zum König der Franzosen

Revolution als Signalwirkung für Europa:

  • 1830 Trennung Belgien/Niederlande
  • England Ausdehnung des Wahlrechts
  • konstitutionelle Verfassung(Sachsen,Braunschweig,Kurhessen,Hannover)
  • 1832 Hambacher Fest(Deutschland) à Forderung war Zusammenschluss Dtl.

Reaktion und Liberalismus im Vormärz

  • Verbote von Presseverein + Versammlungsfreiheit sollten Gedankengut unterdrücken
  • Schriftsteller übten Kritik an sozialen Zuständen in Dtl.
  • Liberale Bewegung blieb vorerst Minderheit
  • Bürgertum in Europa rückte zusammen

Wirtschaftliche und soziale Entwicklung

  • Beseitigung der Schutzzölle löste Krise für Handwerker aus
  • Vorindustrielle Armut + erlebte Not + Bevölkerungswachstum der ärmeren Schichten à radikale Veränderung von Staat und Gesellschaft

Zuspitzung der Krise

  • Seit 1844 Missernten in Europa à Krawalle durch arme Bürger (1846/47)
  • arme Bevölkerung schürte Hass auf Staat durch Hungersnot
  • wohlhabendes Bürgertum forderte mehr Einfluss auf Politik

à Aufspaltung in gemäßigte Liberale und radikale Demokraten

Die Revolution von 1848 / 1849

  • Bürgertum in FR reich/mächtig ; Wahlrecht an hohes Vermögen gebunden
  • Arbeiterschaft + Kleinbürger forderten allgemeines + geheimes Wahlrecht
  • à 24.02.1848  Barrikaden in Paris, König floh, "2. Republik" ausgerufen - hielt nicht lange, da starke Gegensätze zw. Royalisten, Brg. + Arbeiter
  • Umbruch in FR löste zuerst im Süden Märzrevolution 1841 aus

Südwesten

  • Forderung nach dt. Bundesstaat nach amerik. Vorbild schon vor Feb. Rev.
  • à 27.02: erste Volksversammlung in Mannheim
  • Überall Petitionen  mit Forderung nach Pressefreiheit, Schwurgerichten, Volksbewaffnung und eines ges. dt. Parlamentes; Menschen demonstrierten
  • Badischen Bauernaufstände griffen nach Württemberg über, König scheute den Kampf  àberief am 09.03 ein liberales Märzministerium ein
  • Im Südwesten führte Revolution bis Mitte März zur Erfüllung der wichtigsten Forderungen (Pressefreiheit / Märzministerium)
  • Monarchen wichen zurück

Österreich

  • nationale/liberale Forderungen + Ruf nach Entlassung Metternichs und Erstellung einer Verfassung
  • 13.03 Entlassung Metternichs nach Straßenkämpfen und Barrikaden

Schließlich Aufhebung der Zensur, Versprechen nach einer Verfassung und Gründung einer Nationalgarde (Volksbewaffnung)

  • Kaiserliche Truppen mussten Wien verlassen ; Ende März gründeten Venetianer die Republik ; Mailänder vertrieben die österreichischen Besatzer
  • Juli: tschechischer Aufstand in Prag
  • >Umbruch führt in Österreich nicht zu einer nationalen Einheit sondern zu einem Auflösungsprozess

Berlin

18.März – Massendemo vor Berliner Schloss; Regierung versprach:

  • Umwandlung Deutschlands in ein Bundesstaates
  • Schaffung einer gesamtdeutschen Volksvertretung
  • beschleunigte Einberufung einer gesamtdeutschen Volksvertretung
  • eine moderne Verfassung für Preußen
  • Pressefreiheit
  • Truppen besetzten Schlossplatz à Straßenkämpfe, Rückzug der Truppen(Nacht)
  • 21.März zeigte sich König mit schwarz-rot-goldener Binde + war gesprächsbereit
  • => neues liberales Ministerium gegründet
  • Preußen gaben Widerstand gegen einen dt. Nationalstaat auf
  • Der revolutionäre Elan verschwand
  • Bürgertum setzte auf Kooperation statt auf Konfrontation

Paulskirche

  • 31.03 – 03.04: Vorparlament kam in Frankfurt zusammen
  • Auseinandersetzung zw.Liberale(konstituierendeNationalver.)+Demokraten(Republik)
  • Demokraten konnten sich nicht durchsetzen
  • 18.05.1848: Nationalversammlung kam zuerst zusammen(Paulskirche)
  • Hauptsächlich die Vertreter des Bürgertums repräsentiert

Gab 3 Richtungen:

  1. Konservativen - wollten Reformen des dt. Bundes aber nicht beiFürsten
  2. Liberale - wollten konstitutionelle Monarchie eines Bundesstaates in ganz D
  3. Republikaner - Wollten zentralistische demokratische Republik ohne Fürsten + mit einer Regierung und einem Parlament in Frankfurt

Abgeordnete wollten Reformen aber keine revolutionäre, Gewalt einschließende, Maßnahmen

Aufgaben der Nationalversammlung + erste revolutionäre Maßnahmen

2 Aufgaben:

  • Erarbeitung einer in ganz Deutschland geltenden Verfassung
  • Einrichtung einer provisorischen Reichsgewalt
  • Vorläufiges Reichoberhaupt: Erzherzog Johann zum Reichsverweser
  • Reichsverweser + Reichsministerium(Frankfurt) hatten keine große Macht, da ihnen ein Heer + Verwaltungsunterbau fehlte

Die kritische Phase der Revolution

  • März 1848 Krieg zwischen Dänemark und Deutscher Bund
    • Interessengebiete Schleswig (Dänemark) und Holstein (Deutscher Bund)
    • Beide Herzogtümer an Deutschen Bund
  • Hilfe von  England + Russland für Dänemark
  • 26. August 1848 Waffenstillstand von Malmö
  • Konflikt zwischen Liberalen und Demokraten
  • Aufstände und Tumulte in Frankfurt
  • Schutz der Paulskirche durch Preußische + Österreichische Soldaten
  • Weitere Aufstände in Baden und Lörrach (jedoch niedergeschlagen)
  • Auf Seiten der Liberalen Angst um Besitz

Der Sieg der Reaktion in Österreich und Preußen

  • Trotz Zugeständnissen der Monarchen ein Trumpf: HEER
  • Niederschlagung des Aufstandes in Österreich durch General Windischgrätz
  • 6. Oktober 1849  Befehl zum Einmarsch österreichischer Truppen in Ungarn
  • verhindert durch Wiener Bevölkerung
    • Meuterung, Verbündung mit Volk à Ermordung des Kriegsministers
    • Sturm auf Zeughaus + Bewaffnung des Volkes
  • Regierung geflohen
  • 1. November Stadt von Windischgrätz besetzt
    • Erschießung von Aufständischen am 9. November à Provokation der Nationalversammlung 
  • nicht liberal geprägter Franz Joseph wird mit 18 Kaiser
  • Neues Selbstvertrauen der reaktionären Kräfte in Preußen seit Juni 1848
  • Bruch in Revolutionskraft des Volkes
  • Verlegung der Nationalversammlung in Provinz
  • 10. November 1848 Besetzung Berlins unter General Wrangel

Verspätete Grundsatzentscheidungen

  • Erarbeitung der Grundrechte bis Mitte Oktober
    • Belagerung Wiens durch kaiserliche Truppen bereits erfolgt
  • Verabschiedung der Grundrechte Dezember 1848
    • Anzweiflung dieser von Preußen und Österreich
  • Schicksalsfragen:
    • Umfang des neuen Reiches
    • Bestimmung des Staatsoberhauptes + seine Recht
    • Großdeutsche oder Kleindeutsche Lösung
  • Probleme durch Österreich à keine Abgabe deutschsprachiger Ländereien
  • Schwächung der großdeutschen Fraktion
  • 27. März 1849 kleindeutsche Reichsverfassung
  • Festlegung: erblicher Kaiser à Recht des "suspensiven Vetos"

Das Scheitern der Paulskirche und letztes Aufbäumen der Revolution

  • preußischer König lehnte den Kaiserthron ab- von Abgeordneten d. Paulskirche angeboten
  • Monarchen lehnten Idee der Volkssouveränität ab
  • 28 deutsche Staaten nahmen die Paulskirchverfassung und die Kaiserwahl an
  • Ende April 1849 endgültige Ablehnung der Krone vom preuß. König
  • Das Werk der Nationalversammlung war gescheitert
  • Nacheinander traten österreichische-preuß. Abgeordnete ab
  • Übrig blieb die Linke auch als "Rumpfparlament" bezeichnet
  • Am 30 Mai 1849 wird der Sitz nach Stuttgart verlegt
  • Ab 18 Juni  trieb das württemb. Militär die Abgeordneten der Paulskirche auseinander
  • Mittels von Revolutionen z.B. in Sachsen und Baden sollte die Annahme der Reichsverfassung mit Gewalt erzwungen werden
  • Kampf der Volksvereine brach wegen Annahme der Reichsverfassung aus- gegen die Regierung
  • Aus Soldatenaufstand vom 12.5.1849(Rastatt) wurde ein Aufstand im ganzen Land
  • Baden wurde für kurze Zeit die erste dt. Republik und letztes Bollwerk der Revolution
  • Mit Hilfe von preuß. Militär konnte der Großherzog das Bollwerk in Rastatt am 23 Juli 1849 vernichten
  • Verfolgung der Revolutionäre
  • viele flohen in die Schweiz, USA oder Großbritannien
  • 80.000 Revolutionäre wanderten aus Baden aus
  • in Rastatt, Freiburg und Mannheim gab es 28 Erschießungen

Bundestag in Frankfurt nahm Arbeit auf

Die Ursachen des Scheiterns

  • Zu weit gesteckte Ziele:
    • liberale Verfassung und Verwirklichung der Menschenrechte
    • Nationalstaat sollte erreicht werden
  • Die stärke des Partikularismus: Fürsten und Landesparlament waren in Besitz der Macht,aber nicht gewillt diese mit der Reichszentrale zu teilen
  • Die Machtlosigkeit der Paulskirche: - sie hatte nicht die Macht und Heere der Fürsten; waren völlig hilflos beim Waffenstillstand von  Malmö
  • Fehlende revolutionäre Erfahrung: - man erkannte nicht die günstige revolutionäre Situation bis Juni 1848
  • schwierige Grenz −und Verfassungsprobleme
  • endgültige Bestellung eines Staatsoberhauptes fehlte
  • Fehleinschätzung der Monarchen: -Zurückweichen der Fürsten vor der Revolution im März und April
  • Uneinigkeit d. revolutionären Kräfte: - Furcht des liberalen Bürgertums und Angst vor der sozialen Revolutionder "Roten Republik"
  • besitzende Bürgertum wandte sich bewährten Kräften zu
  • Führungsrivalitäten zwischen Österreich und Preußen ( Dualismus beider dt. Großmächte)
  • Haltung der europ. Großmächte zur dt. Revolution: - außer Preußenwaren alle Großmächte gegen die Gründung eines dt. Nationalstaates

Wirkung der Revolution:

  • Gründung eines dt. Reiches war misslungen, durch liberale Bürgertum
  • Parlamentarismus zur Lösung von nationalen Problemen zu schwach
  • Militär und staatliche Macht bekamen neuen Glanz
  • Zum ersten Mal war die Lösung des Problems der nat. Einheit mit weitgehend demokratischen Verfassungen versucht worden
  • Preußen kehrte nicht wie Österreich zum Absolutismus zurück, erließ 1850 Verfassung

Die deutsche Frage im 19. Und 20. Jahrhundert

  • Die Staatsgrenzen in den Gebieten der Deutschen
  • Sozialen Chancen des Einzelnen- persönliche Freiheits- und politische Mitbestimmungsrechte
  • Außenpolitische Rolle die der dt. Staat innerhalb der europ. Staatengemeinschaft hat